Wie versprochen stelle ich euch heute meine Serienperle #10 vor: Downton Abbey.

Ich liebe Downton Abbey. Ich liebe das Setting, ich liebe die Kostüme, ich liebe die Epoche, ich liebe die Story, ich liebe die Figuren und ich liebe ihre Darsteller. Warum schafft es diese Serie bei soviel Liebe dann trotzdem nur knapp in meine Top Ten?

Genau deshalb. Weil sie es mir so verdammt einfach macht. Weil sie mich mit süffigen Bildern, attraktiven Schauspielern, britischer Scharfzüngigkeit und gelegentlich romantischen Storylines verführt und mich so davon abhält, ihren oftmals durchaus ernsthaften und hintergründigen Subtext nicht nur am Rande wahrzunehmen.

Anhand des pittoresken Alltags einer britischen Aristokratenfamilie und ihrer Angestellten behandelt Downton Abbey wichtige zeitgeschichtliche Ereignisse und Konflikte sowie den kulturellen und gesellschaftlichen Wandel im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Die Kriminalisierung der (männlichen) Homosexualität, der latente Antisemitismus der Elite, die politischen Spannungen und Ressentiments zwischen den verschiedenen Klassen sowie der unaufhaltsame Abstieg des Adels, Rassismus, Kolonialismus, die Benachteiligung der Frau in einer patriarchalen Gesellschaftsstruktur – diese und weitere anspruchsvolle Themen bekommen ihren Raum. Sie werden genauso subtil mit der Handlung und den Lebensgeschichten der Figuren verwoben wie der Untergang der Titanic oder der Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Aus all diesen Gründen ist Downton Abbey nicht nur sehenswert, sondern ein richtiger Genuss. Zu guter Letzt bietet die Serie auch Einiges für Romantiker: Die unterkühlten Briten haben nicht nur scharfe Zungen, sondern auch warme Herzen.

PS: Ich habe mich beim Schreiben gerade wieder aufs Neue in die Serie verliebt. Die Nummer #10 hab ich wohl etwas vorschnell vergeben. Ich glaube, die Reihenfolge sagt doch nichts über meine Präferenzen aus – ich finde jede meiner #Serienperlen eine Wucht.

PPS: Ein paar der oben genannten Themen werde ich auf diesem Blog noch weiter ausführen. Es gibt einfach noch so viel zu sagen.