Die letzten Nächte verbrachte ich dank Vollmond und im Tagesablauf massiv gestörten Nachbarn ziemlich schlaflos. Das Gute daran: Ich entdeckte eine neue HBO-Serie.

Sie handelt von drei schwulen Freunden in San Francisco und deren Beziehungen, Träumen, Fehlern und Enttäuschungen. Jede Episode trägt den Seriennamen Looking im Titel und spielt mit der semantischen Vielseitigkeit des englischen Wortes. Mal steht es für die Suche nach Wahrheit, nach Liebe, nach Sex, mal für den geschärften Blick auf sich selbst oder andere.

Genauso spielerisch wie mit der Sprache gehen die Autoren mit der Handlung um. Lebendige, farbenfrohe Partyszenen, die nicht vor stereotypen Elementen zurückschrecken, wechseln sich ab mit intimen Momenten der Zweisamkeit, feinfühligen Annäherungen an die Persönlichkeiten der Charaktere und glaubwürdigen Darstellungen homosexueller Identitäten und Sexualitäten.

Die acht Episoden der ersten Staffel (2014) sowie die ersten drei der zweiten Staffel (2015) habe ich bereits hinter mir – und ich werde definitiv weiterschauen, denn der Unterhaltungsfaktor ist hoch: die Hauptfiguren Patrick, Agustin und Dom sind sympathisch, ihre alltäglichen Abenteuer berühren mich. Allerdings hoffe ich, dass darin in Zukunft auch Raum für Menschen mit geringeren Attraktivitätswerten, Geschlechteridentitäten ausserhalb des binären Systems und Frauen geschaffen wird, die nicht dem Klischee einer Fag Hag entsprechen.